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Behandlung - Psychotherapie

Medikamente allein beseitigen nicht die Ursachen einer psychischen Erkrankung. Die Psychotherapie ist jedoch eine verlässliche Hilfe, um wieder gesund zu werden.

Hier stellt sich dem Betroffenen jedoch die Frage: Welche Art von Therapie ist die Richtige für mich? Denn es gibt unzählige Varianten der Psychotherapie.

Zunächst einmal lässt sich die Psychotherapie grob in zwei Richtungen einteilen:

  • Psychoanalyse und tiefenpsychologische Verfahren
  • Verhaltenstherapie

Es gibt noch weitaus mehr Therapien, die nicht in diese Unterteilung passen. Jedoch werden nur diese beiden Therapiearten von den Krankenkassen finanziert.

Hat man sich als Betroffener endlich durch den Dschungel der verschiedenen Therapieverfahren gekämpft und erkannt, welche Therapie für ihn geeignet sein könnte (selbstverständlich kann/soll auch der zuerst konsultierte Arzt zu Rate gezogen werden), so muss er sich auf die Suche nach einem passenden Therapeuten umsehen.

Unterschiede Psychiater - Psychologe - Psychotherapeut

Hier zunächst einmal eine begriffliche Klärung: Wo liegt der Unterschied zwischen Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut? Nun, ein Arzt hat Medizin studiert. Er wird Facharzt auf dem Gebiet Neurologie/Psychiatrie (oft kombiniert) und ist somit Psychiater. Ein Psychologe hat Psychologie studiert.

Der Begriff Psychotherapeut ist in Deutschland geschützt. Im Prinzip handelt es sich hier um eine Zusatzausbildung. Sowohl Psychiater als auch Psychologen können die zusätzliche Bezeichnung Psychotherapeut tragen. Es gibt also ärztliche Psychotherapeuten und psychologische Psychotherapeuten. Ein Arzt oder Psychologe darf allerdings nur dann eine Psychotherapie machen, wenn er auch Psychotherapeut ist. Außerdem dürfen Pädagogen eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten absolvieren. Die Ausbildung zum Psychotherapeuten wird von staatlich anerkannten Instituten und Gesellschaften angeboten.

Auch andere Berufsgruppen dürfen therapeutisch tätig sein

Es dürfen aber auch noch andere Berufsgruppen wie z.B. Heilpraktiker eine theoretische Prüfung ablegen, so dass sie dann Psychotherapie durchführen dürfen - als Psychotherapeut dürfen sie sich jedoch nicht bezeichnen. Ob die dann ausreichend qualifiziert sind, soll jeder selbst beurteilen. Von der Krankenkasse werden diese in der Regel nicht bezahlt.

Eine gute Erklärung zu den verschiedenen Begriffen findet man auch auf dieser Seite: Psychotherapeutische Praxis Zeller.

Adressenlisten von Krankenkassen

Am besten erkundigt man sich sowieso zunächst bei seiner Krankenkasse. Auf Anfrage geben die Kassen Listen aus mit Adressen von Therapeuten, die kassenzugelassen sind. Eine persönliche Empfehlung von einem Freund oder Bekannten, der bereits in psychotherapeutischer Behandlung ist, kann ebenso hilfreich sein, einen Therapeuten zu finden. Aber auch in den Gelben Seiten oder im Telefonbuch sind Therapeuten aufgeführt.

Es kann dauern, bis man einen Therapieplatz bekommt

Hat man also nun einige Adressen und Telefonnummern ausfindig gemacht, macht man mit dem Therapeuten einen Termin für ein Erstgespräch. Leider sind die meisten Therapeuten sehr überlaufen und setzen einen zunächst auf eine Warteliste. Es kann vorkommen, dass man schon mal ein halbes bis zu einem Jahr warten muss, um einen Therapieplatz zu bekommen. Man darf den Therapeuten in jedem Fall erstmal "testen", bevor bei der Kasse ein Antrag gestellt wird auf Übernahme der Kosten. Das regelt der Therapeut.

Das Erstgespräch dient also zunächst dem gegenseitigen Kennenlernen. Es ist sehr wichtig, dass der Therapeut einem sympathisch ist. Schließlich muss man ihm vertrauen. Die beste Therapie ist nicht wirksam, wenn man mit dem Therapeuten nicht auskommt. Schauen Sie sich also Ihr Gegenüber genau an.

Psychoanalyse nach Sigmund Freud

Suche der Ursachen im Unterbewusstsein

Die Psychoanalyse beruht auf den Erkenntnissen von Sigmund Freud. Ziel hierbei ist es, seelische Konflikte des Patienten zu erkennen, auch wenn sie sehr tief in seinem Unterbewusstsein vergraben sind. Freud setzt voraus, dass die Ursache von psychischen Problemen in der Kindheit liegt. Zentrale Begriffe sind dabei das Ich, das Es und das Über-Ich. Das Es ist dabei der Teil, der weitgehend aus Urinstinkten und Trieben besteht und nach nichts anderem als deren Befriedigung strebt. Das Über-Ich steht dem Es gegenüber und baut sich auf aus Verboten, Zurückweisungen und Anpassungen an gesellschaftliche Konventionen und Familiengesetze. Dazwischen liegt das Ich, die bewusste Persönlichkeit, die zwischen Ansprüchen und Einflüsterungen von Es und Über-Ich hin- und hergerissen wird.

Eine "Erfindung" der Psychoanalyse ist das Unbewusste, das das Denken, Handeln und Fühlen beeinflusst. Bedrohliche Konflikterfahrungen werden ins Unbewusste verdrängt, wodurch dann Neurosen entstehen. Ein neurotisches Verhalten entsteht z.B., wenn ein verdrängter Konflikt auf ein gegenwärtiges Problem projiziert wird.

Das Ziel der Psychoanalyse ist nun, beim Patienten eine Einsicht zu erlangen, wie dieser psychisch gebaut ist, wie die individuelle Problematik entstanden ist und wie diese Dinge das Alltagsleben beeinflussen.

Der Patient erzählt, der Therapeut bleibt relativ passiv

Der Patient liegt während des Therapiegesprächs auf einer Couch, der Therapeut sitzt hinter ihm, außerhalb seines Blickfeldes. Der Patient soll alles äußern, was ihm durch den Kopf geht, egal ob es unerheblich erscheint oder vielleicht sogar peinlich ist. Der Analytiker bleibt relativ passiv, seine hauptsächliche Aufgabe ist es, zuzuhören. Erkennt der Therapeut jedoch Zusammenhänge, so gibt er dem Patienten Deutungen, gibt Hinweise auf "Knackpunkte".

Der Patient soll Konflikte erkennen, neu erleben, die damit verbundenen Gefühle empfinden und durch Einsicht lernen, sein Verhalten zu ändern. Der Therapeut steht dabei symbolisch für Bezugspersonen des Patienten. Die Gefühle, die der Patient z.B. gegenüber seinen Eltern hat, überträgt er nun auf den Analytiker. Da dieser anders reagiert, positiver, verständnisvoller, nicht ablehnend, kann der Konflikt neu bearbeitet werden. Eine wichtige Rolle bei der Psychoanalyse spielt auch die Traumdeutung.

Psychoanalyse ist sehr langwierig

Die klassische Psychoanalyse nach Freud beansprucht sehr viel Zeit. Die Mindeststundenzahl beträgt 80, meist dauert die Analyse aber bis zu 160 Stunden und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Therapeut und Patient treffen sich meist mehr als einmal die Woche.

Verhaltenstherapie

Verhaltensweisen lassen sich "verlernen"

Die Verhaltenstherapie (VT) zielt vielmehr auf die Symptome und konkreten Konflikte der vorliegenden Krankheit. Besonders bei Ängsten hat sich die VT als wirkungsvoll erwiesen. Diese Therapie beruht auf der Erkenntnis, dass viele Verhaltensweisen erlernt sind. Entsprechend kann man umlernen, die "falsche" Verhaltensweise wieder "verlernen".

Die ersten Therapiestunden dienen jedoch auch hier zunächst der Konfliktfindung. Es wird jedoch nur der konkrete Konflikt bearbeitet, der sehr viel schneller erkannt werden kann als die Konflikte der frühen Kindheit, die in der Analyse bearbeitet werden.

Unterformen der Verhaltensthearpie

Auch in der Verhaltenstherapie gibt es verschiedene Unterarten. Bei spezifischen Phobien wird z.B. häufig eine Konfrontationstherapie angewendet. Der Patient wird dabei dem befürchteten Objekt ausgesetzt, zunächst in abgeschwächter Form. Innerhalb kürzester Zeit kann der Patient so lernen, dass das befürchtete Objekt keinerlei Gefahr darstellt.

Bei Depressionen oder bei sozialer Phobie wird mehr in Richtung kognitives Verhalten gearbeitet. Die Kognition umfasst die Gedankengänge, damit verbundene Gefühle. Es handelt sich hier quasi um eine Verhaltenstherapie, die sich im Kopf abspielt. Hat der Depressive, immer wenn er von einer bekannten Person nicht gegrüßt wurde, stets daraus geschlossen, dass er etwas falsch gemacht haben muss, lernt er nun, dass möglicherweise das Gegenüber ihn einfach nicht gesehen hat, schlecht gelaunt ist oder ähnliches.

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12.01.2011
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