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Depressionen - Verschiedene Formen

Depression ist nicht gleich Depression. Sie kann völlig unterschiedliche Ursachen haben und sich bei jedem Menschen in ganz anderer Art und Weise zeigen.

Verschiedene Systeme der Einteilung

Früher wurden die Depressionen anhand der Ursachen in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Da die Übergänge jedoch fließend sind und nicht immer eine einzelne Ursache ausgemacht werden kann, neigt man heute zu einer Einteilung nach dem Schweregrad und dem Verlauf der Krankheit. Darüber hinaus lassen sich Depressionen auch noch nach der Symptomatik unterteilen. So gibt es gehemmte Depressionen, agitierte oder auch larvierte Depressionen.

Je nachdem, wo man nachliest, werden einige Begriffe mit einer anderen Bedeutung ver- wendet. So findet man z.B. die disthyme Depression häufig auch als neurotische Depression. Die ganze Einteilung und Benutzung dieser Begriffe ist also insgesamt für den Laien sehr verwirrend.

Inwieweit eine Einteilung der Depressionen überhaupt sinnvoll ist, ist fraglich. Besonders, da viele der hier aufgeführten Begriffe auf den Ursachen der jeweiligen Depression basieren, ist die Einteilung teilweise nicht mehr aktuell. Man stößt aber immer wieder auf die entsprechenden Fachbegriffe. Die Übergänge sind meistens fließend, es lassen sich keine konkreten Grenzen ziehen.

Endogene Depression

"Endogen" bedeutet wörtlich übersetzt "von innen heraus". Es gibt keine erkennbare Ursache bei dieser Art von Depression. Sie ist von innen heraus entstanden, d.h. es liegt wahrschein- lich einfach ein Fehler im Stoffwechsel des Gehirns vor, ohne dass es dafür eine körperliche oder psychische Ursache gibt. Wahrscheinlich dabei ist aber eine genetische Prädisposition, also quasi eine Veranlagung dafür, die Depressionen sind sozusagen vererbt.

Typisch für endogene Depressionen ist der phasenhafte Verlauf. Sie beginnen meist langsam, ohne erkennbaren Anlass, innerhalb von mehreren Tagen oder Wochen, dauern dann eine gewisse Zeit an, meist einige Monate, und verschwinden wieder ohne dass eine Therapie stattgefunden hat. Man fühlt sich anschließend wieder ganz gesund.

Ausgeprägte endogene Depressionen nennt man auch "rezidivierende depressive Störung", sie bedürfen einer dringenden Behandlung, die oft auch stationär ist. Die endogenen Depres- sionen werden unterteilt in unipolare und bipolare Depression und in Involutionsdepression.

Unipolare Depression

Unipolare Depressionen treten tatsächlich auch nur als Depressionen in Erscheinung. Durchschnittlich treten 4 Erkrankungsphasen auf.

Bipolare Depression

Bei der bipolaren Depression wechseln sich die depressiven Phasen mit manischen Phasen ab. Zwischen der manischen und der depressiven Phase kann ein sehr langer Zeitraum ohne Beschwerden liegen. Man bezeichnet die bipolare Depression auch als manisch-depressive Erkrankung.

Zu den Symptomen eine Manie zählt ein Gefühl euphorischer Glückseligkeit, manchmal ärger- liche Gereiztheit, massive Antriebs- und Aktivitätssteigerung, unbedachte Handlungen verbun- den mit verschwenderischer Geldausgabe, leichte Ablenkbarkeit, großer Wagemut, Aggressi- vität, leichte Ablenkbarkeit, Vielgeschäftigkeit und vor allem eine mangelnde Krankheitsein- sicht.

Involutions-Depression

Unter einer Involutions-Depression versteht man eine Spätdepression im vorgerückten Alter. Ihr Verlauf ist relativ mild, aber langwierig.

Gelegentlich wird diese Depression der Klimakterischen Depression bei der Frau als Gegen- stück für den Mann dargestellt.

Somatogene Depression

Somatogene Depressionen stehen in einem direkten Zusammenhang zu einer körperlichen Erkrankung.

Symptomatische Depression

Hier ist die Depression das Symptom einer Krankheit, die nicht im Gehirn lokalisiert ist. Zu solchen Krankheiten zählen:

  • Schilddrüsenstörung und andere endokrine Erkrankungen
  • Infektionskrankheiten wie AIDS, TBC, Lungenentzündung
  • Chronische Herz-Kreislauferkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Vitaminmangelerkrankungen

Pharmakogene Depression

Bei dieser Art von Depressionen wird die Krankheit durch eingenommene Medikamente ausgelöst. Dazu gehören:

  • Medikamente gegen Bluthochdruck
  • Kortikosteroide
  • Antiepileptika
  • Neuroleptika (z.B. gegen Schizophrenie)
  • Ältere Sorten der "Pille"
  • Schlafmittel
  • chronischer Alkoholmissbrauch

Organische Depression

Von organischen Depressionen spricht man, wenn eine Erkrankung des Gehirns die Ursache der Depression ist. Solche Erkrankungen können sein:

  • Hirntumore
  • Parkinson-Krankheit
  • Migräne
  • Epilepsie
  • Hirnlähmung
  • Hirnarteriosklerose

Psychogene Depression

Psychogene Depressionen werden durch psychische Ursachen hervorgerufen. Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen nachweisbaren seelischen Anlässen und Auslösern und dem Beginn der Depression.

Erschöpfungs-Depression

Die Depression wird hier durch anhaltende gefühlsmäßige Belastung ausgelöst, wobei die Be- lastung z.B. eine familiäre oder berufliche Dauerspannung sein kann. Es treten häufig zusätz- lich körperliche Beschwerden auf.

Die Betroffenen stecken dabei in Konflikten, weil sie es jedem recht machen wollen und sich pflichterfüllend und perfektionistisch verhalten, aber dennoch Harmonie und Ordnung errei- chen wollen. Die Depression äußert sich häufig in Gefühlen wie Resignation, Ohnmacht und Ausgeliefertsein.

Neurotische Depression

Eine Neurose ist eine psychisch bedingte Gesundheitsstörung, deren Symptome unmittelbare Folge und symbolischer Ausdruck eines krankmachenden seelischen Konflikts sind.

Bei einer neurotischen Depression muss man die Entstehung immer im lebensgeschichtlichen Zusammenhang sehen. In der kindlichen Entwicklung sind Konflikte entstanden, die nicht ver- arbeitet wurden, und später bei ähnlichen Verhaltensweisen wieder ans Tageslicht treten.

Es wird häufig beobachtet, dass bei Patienten mit einer depressiven Persönlichkeitsstruktur die Geborgenheit, Zärtlichkeit und Sicherheit in der früheren Kindheit fehlten. Frühzeitig können sich Gehemmtheit und Kontaktstörungen entwickeln. Im Erwachsenenalter halten sich die Patienten passiv zurück, lassen sich überfordern und können ihre eigenen Möglichkeiten nicht wahrnehmen, und das Selbstwertgefühl ist beeinträchtigt.

Die Entwicklungsstörung bekommt erst dann eine Bedeutung, wenn z.B. durch eine Tren- nungs-Situation der unbewusst bestehende Konflikt aktualisiert wird. Es müssen also immer lebensgeschichtlich erworbene neurotische Problemlösungsstrategien plus ein auslösendes Ereignis vorliegen.

Reaktive Depression

Im Gegensatz zur neurotischen Depression liegt hier der Auslöser einzig und allein in einem aktuellen Konflikt. Reaktive Depressionen treten nach einschneidenden Veränderungen der Lebensverhältnisse auf. Auslösende Ereignisse könne z.B. der Tod eines Ehepartners sein, Scheidung, persönliche Krankheit, Kündigung, Pensionierung oder ein selbstverschuldeter Unfall. Diese Depressionsform ist wahrscheinlich die häufigste in der Bevölkerung.

Depressionen in besonderen Lebenslagen

Solche Depressionen treten, wie der Name schon sagt, in bestimmten Lebensphasen und unter bestimmten Lebensumständen auf. Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen den spezifischen Lebensumständen und der Entwicklung der Depressionen.

Klimakterische Depression

Hier handelt es sich um eine Depression, die durch erstmaliges Auftreten ab dem Klimakterium der Frau charakterisiert ist. Hier sind neben der hormonellen Umstellung häufig auch psycho- logische Veränderungen in der Partnerbeziehung, in der Beziehung zu den Kindern und den eigenen Lebenskonzepten als Ursache zu sehen.

Wochenbett-Depression

Die Wochenbett-Depression tritt meist in der ersten oder zweiten Woche nach der Entbin- dung auf, manchmal aber auch erst nach sechs bis acht Wochen. Dabei spielen die körperlich-hormonellen Umstellungsvorgänge eine auslösende Rolle. Eine wichtige Rolle spielen aber auch Überforderung und Beziehungsstörungen.

Alters-Depression

Diese Art der Depression tritt erst im Alter über 65 Jahren auf. Neben den Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Bewegungsapparates spielen im Alter psychische Störungen die größte Rolle. Nicht die Demenzerkrankungen, sonder Depressionen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen im Alter.

Das Abschiednehmen von Vergangenem im Leben, von Wünschen, von Phantasien, die sich nicht verwirklichen ließen, körperliche Einschränkungen, neu entstehende Abhängigkeiten von der jüngeren Generation, Gefühle von Abgeschobensein, der Isolation, des Überflüssig- seins, all dies sind Sorgen und Probleme der Depressionskranken im höheren Lebensalter.

Bei alten Menschen löst die depressive Erkrankung häufig eine sehr viel größere Verunsiche- rung aus als bei jüngeren Erkrankten, da sie ihre Einstellungen und Lebenskonzepte weniger rasch ändern können.

Depression im Kindesalter

Kleinkinder und Kinder zeigen bei dieser Art von Depressionen neben Unruhe vor allem ein gestörtes Spielverhalten und anfallsartiges Schreien und Weinen. Aber auch Schlaf- und Appetitstörungen kommen vor.

Jüngere Schulkinder sind durch die Depression unsicher, reizbar, haben Lernstörungen, ein gestörtes Sozialverhalten, zeigen unwillkürliches Wasserlassen, schrecken nachts auf und schreien und weinen anfallsartig.

Ältere Kinder und Jugendliche leiden wesentlich öfter an Depressionen als man bisher ange- nommen hat. Als Symptome stehen Bedrücktheit, Grübeln, Minderwertigkeitsgefühle, Kopf- druck und Suizidgedanken im Vordergrund.

Sekundäre Depression

Sekundäre Depressionen treten als Folge einer vorher bestehenden, primären psychischen oder körperlichen Krankheit auf.

Häufig sind Depressionen die Folge von lang anhaltenden Angststörungen, wobei die Depres- sivität durch die veränderte Lebenssituation entsteht.

Auch bei chronisch Suchtkranken treten sekundär depressive Verstimmungen auf. Patienten mit Tumorerkrankungen zeigen zu 30% im Verlauf ihrer Erkrankung depressive Verstimmungen, ebenso treten bei zahlreichen chronischen körperlichen Erkrankungen Depressionen häufig auf.

Larvierte Depression

Eine larvierte Depression ist schwer zu erkennen, da sie sich hinter körperlichen Symptomen verbirgt. Häufig erleben solche Patienten eine endlose Odyssee von Arzt zu Arzt, da niemand trotz intensiver Diagnostik eine körperliche Erkrankung ausfindig machen kann.

Winter-Depression

Der Begriff wurde von amerikanischen Psychiatern geprägt, es ist aber noch nicht ganz ge- klärt, ob es sich um eine eigenständige Unterart der Depressionen ist.

Winterdepressionen, oder auch saisonal bedingte Depressionen sind leicht bis mittelschwer und treten besonders im Herbst und Winter auf, wenn das Tageslicht nur wenige Stunden vorhanden ist.Als Ursache wird eine gestörte Melatonin-Ausschüttung diskutiert, da die "Innere Uhr" aus dem Rhythmus geraten ist.

Sonstige Arten der Depression

Es gibt noch zweit weitere Begriffe, die in diese Liste schwer einzuordnen sind. Diese beiden Bezeichnungen beziehen sich nicht so sehr auf die Ursachen der Depression wie die anderen Begriffe, sondern eher nach deren Verlauf.

Disthymia

Disthymia oder die disthyme Depression ist der unipolaren Depression gleichzusetzen. Aller- dings verläuft die disthyme Depression wesentlich milder, dafür aber sehr lang anhaltend. Es treten nicht die typischen Phasen auf.

Zyklothymia

Die zyklothyme Depression entspricht am ehesten der bipolaren Depression. Aber auch hier ist der Verlauf wesentlich milder und lang anhaltender. Die Wechsel zwischen Manie und Depression sind seltener.

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