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Depressionen - Symptome

Als "Laie" denkt man bei Depressionen zunächst einmal an eine Person, die von tiefer Traurigkeit befallen ist. Das ist jedoch bei weitem nicht das einzige Symptom.

Viele Patienten sind so stark betroffen, dass sie nicht einmal mehr Traurigkeit empfinden können, geschweige denn weinen können. Statt dessen haben sie ein Gefühl der Leere und Gefühllosigkeit.

Typisches Erscheinungsbild

Zum typischen Erscheinungsbild gehört neben der Niedergeschlagenheit auch Antriebs- losigkeit, die oft mit unerträglicher innerer Unruhe verbunden ist, sowie Interesseverlust, Konzentrationsschwäche, endlosen Grübeleien, und und und. Das Erscheinungsbild der Depression ist sehr vielseitig.

Depressive verbergen ihr Befinden

Meistens ist der Betroffene stark eingeschränkt in seinem Leben, er kann kaum noch den alltäglichen Pflichten nachgehen. Dennoch vermögen die Kranken häufig sehr gut, die Symptome zu vertuschen. Sie schämen sich für ihre Krankheit und denken, sie können diese "Schwäche" nicht zugeben.

Nur bei einem Teil der Patienten kommt die Depression in Haltung, Bewegung und Aussehen zum Ausdruck. Oft hört der Betroffene Sätze wie: "Es kann dir doch nichts fehlen, du siehst doch so gut aus."

Betroffene geben sich selbst die Schuld

Ein weiteres Symptom ist das Gefühl der Leistungsunfähigkeit, der Betroffene denkt, er könne gar nichts, würde versagen, nichts leisten, werde nicht gemocht, nicht geliebt und macht sich schwere Selbstvorwürfe.

In einem Satz zusammengefasst: "Ich kann nichts, ich bin nichts, man mag mich nicht und schuld bin ich auch noch selber daran."

Liste der Symptome

Die Liste ist bewusst ausführlich gehalten. Natürlich hat nicht jeder Depressive alle diese Symptome. Aber wenn man Depressionen hat, entdeckt man sicher auch Symptome, die man gar nicht zuordnen kann. Vielleicht hat man dann die Befürchtung, "total durchzudrehen" oder "verrückt" zu werden.

Es ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum, dass Depressionen in Schizophrenie und Demenz enden, die meisten Symptome sind dann doch auf die Depression zurückzuführen. Nur in seltenen, schweren Fällen treten auch Wahnvorstellungen im Zusammenhang mit einer Depression auf. Aber auch hier gilt: die Depression kann mit ihrem kompletten Erscheinungs- bild erfolgreich behandelt werden!

Allgemeiner Eindruck

die Stimme klingt leise, eintönig; langsames Sprechen; der Gesichtsausdruck ist ernst, welk, wie erstarrt, verbissen; die Bewegungen sind kraftlos, schleppend; der Gang ist vornüber- gebeugt; der Kopf wird "eingezogen"; der Patient gibt ein "Bild des Jammers" ab

Stimmung

man ist bedrückt, traurig, verzweifelt; Elendigkeitsgefühl; Minderwertigkeitskomplexe; ängstlich; hoffnungslos, Gefühl von Hilflosigkeit; sich verkriechen wollen; lebensmüde Gedanken, nicht mehr aufwachen wollen, alles ist sinnlos

Psychische Symptome

Zwischenmenschliche Probleme

Isolation, es fällt schwer, Kontakte aufrecht zu erhalten; Rückzug, "Einigeln"; unfähig, neue Kontakte zu knüpfen; Vernachlässigung von Kleidung und Körperpflege; Unzuverlässigkeit; schließlich wenden sich Freunde ab; nichts mehr von der Umwelt wahrnehmen wollen

Berufliche Probleme

nicht belastbar; Gefühl der Überforderung; Arbeiten dauern länger als sonst; Leistungsabfall; Schwierigkeiten beim Durchhalten von Aufgaben; atmosphärische Belastung in Familie (Haushalt) und Beruf; Gefahr der Kündigung seitens des Arbeitgebers oder vom Patienten selbst

Lebensmüde Gedanken

nicht mehr aufwachen wollen; nicht mehr können; alles nicht mehr aushalten wollen; Suizidgedanken; Suizidpläne; allem ein Ende machen wollen; anderen nicht mehr zur Last fallen wollen

Traurigkeit

resigniert, unglücklich, verzweifelt; bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbrechend; bedrückt, niedergeschlagen; bis zu tränenloser Trauer; tiefe Seufzer

Freudlosigkeit

sicht nicht über positive Ereignisse freuen können, positive Dinge kaum wahrnehmend, Genussunfähigkeit; die Bandbreite emotionalen Erlebens ist enorm eingeschränkt

Interesselosigkeit

man verliert das Interesse an Dingen, die sonst Freude bereitet haben; Hobbies werden aufgegeben; schließlich ist einem alles egal; Gleichgültigkeitsgefühl

Energielosigkeit

sich nicht aufraffen können; nicht wollen können; nicht aus dem Bett kommen; lustlos, antriebslos; schwach, kraftlos; ohne Schwung und Initiative; der "innere Schweinehund" wird unüberwindbar groß; Gefühl, als ob unsichtbare Macht einen von jeglicher Aktivität fernhält

Elendigkeitsgefühl

schwer erklärbares Unwohlsein, Krankheitsgefühl

Eingeschränkte Aufmerksamkeit

Konzentration beeinträchtigt; längere Konzentration auf eine Tätigkeit wird unmöglich; Denkhemmungen; Merkfähigkeit eingeschränkt; nichts mehr beachtend; unfähig, sich mit mehreren Dingen gleichzeitig zu beschäftigen; abwesend, in Gedanken woanders

Innere Unruhe

nervös, gestresst, gehetzt, getrieben; "wie unter Strom"; leerer Beschäftigungsdrang; vieles anfangen, ohne es beenden zu können

Mutlosigkeit

verzagt, ratlos, pessimistisch, verzweifelt; keine Perspektive mehr sehen; alles wird sinnlos; leicht irritierbar

Entscheidungsunfähigkeit

sich nicht entscheiden können, auch bei minimalen Fragestellungen; grüblerisches Abwägen; hin- und herüberlegen; hin- und hergerissen fühlen

Grübelneigung

immer gleiche Denkinhalte; sich zermürbend über immer gleiche Probleme; über unwichtige Dinge sich den Kopf zerbrechen; Gedanken drehen sich im Kreis; zu keinem Ergebnis kommend

Schuld- und Schamgefühle

Überbewertung früherer oder aktueller Ereignisse, häufig maßlos überzogen bis grundlos; schlechtes Gewissen, sich rechtfertigen zu müssen über eigene krankheitsbedingte "Unfähigkeit"

Innere Leere

Gefühl der Gefühllosigkeit; keine Liebe mehr empfinden können; Libidoverlust; alles wie leer, dumpf, abgetötet; "Erkalten"; "seelische Mauer"

Gesteigerte Empfindlichkeit

sich angegriffen fühlen; sensibel, anfällig durch vermindertes Selbstwertgefühl; dadurch Gereiztheit, Aggressivität; Labilität; alles persönlich nehmend

Körperliche Symptome

Appetitverlust

Appetitlosigkeit mit starkem Gewichtsverlust; gelegentlich Appetitzunahme (starker Durst, Heißhunger vor allem auf Kohlehydrate); Bedürfnis nach sehr salzigen/sehr süßen Lebens- mitteln, da der Geschmackssinn beeinträchtigt ist

Erschwerte Atmung

Enge im Brustkorb; Druck auf der Brust; Atemenge; flache Atmung; schweres Atmen, Keuchen

Augen

Klagen über falsche/nicht ausreichende Sehkorrekturen; Entzündungen; schlechtes Sehen (ohne Befund); Lichtüberempfindlichkeit

Blasenstörungen

Schmerzen beim Wasserlassen; häufiger Harndrang; Reizblase

Schlafstörungen

Einschlafstörungen; Durchschlafstörungen; nächtliches Erwachen, nicht wieder einschlafen können; Alpträume; gelegentlich gesteigertes Schlafbedürfnis (als Flucht)

Herzbeschwerden

Stechen, Brennen, Druck; Herzklopfen, Herzrasen

Hals-/Nasen-/Ohrenbereich

Kloß im Hals, wie zugeschnürt; Druckgefühl auf Ohren; Ohrgeräusche; Schmerzen; Verminderung des Hörvermögens (ohne Befund)

Kreislaufstörungen

Schwindel; weiche Knie; erhöhter Blutdruck

Kopfdruck

diffuse Schmerzen/Druck; Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich

Magen-/Darmbeschwerden

Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen; Blähungen; Sodbrennen, Magendruck; Verstopfung; Durchfall; Reizdarm

Vegetatives Nervensystem

Hitzewallungen; Kälteschauer; Zittern; leichtes Erröten; kalte Hände, kalte Füße; Temperatur-Überempfindlichkeit; Blutdruckschwankungen

Zähne/Kiefer

Schmerzen; Klagen über schlecht sitzendes Gebiss (ohne Befund); "Zähne zusammenbeißen"; Zähneknirschen

Wahrnehmungsstörungen

  • mangelnde Krankheitseinsicht
  • Zeitempfindungsstörungen
  • Beeinträchtigung aller Sinne

Depressiver Wahn

  • Verarmungsideen
  • Hypochondrischer Wahn
  • Schuld- und Versündigungswahn
  • Paranoia
  • Sinnestäuschungen: Halluzination; Depersonalisation; Derealisation

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Und sie kann auch nicht die Diagnose eines Arztes ersetzen. Sie soll nur eine Ergänzung sein, um evtl. bei sich oder Angehörigen die Notwendigkeit zu sehen, einen Arzt aufzusuchen und diesen auf die Möglichkeit der Depression aufmerksam machen zu können.

Test: Bin ich depressiv?

Zur weiteren Ergänzung gibt es im Internet online-Tests, Fragebögen, bei denen man herausfinden kann, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass man tatsächlich unter Depressionen leidet:

Beim Arzt

Alles Ungewöhnliche erwähnen

Die Symptome sind sehr vielseitig. Man sollte beim Arztbesuch alle ungewöhnlichen Empfin- dungen schildern, um die Diagnose zu erleichtern. Gerade bei vorwiegend körperlichen Symptomen sollte man auch Dinge erwähnen, die vermeintlich in keinem Zusammenhang stehen.

Notizen sind erlaubt

Häufig fehlen einem die Worte, wenn man dem Arzt gegenübersitzt, oder man vergisst Dinge zu erwähnen. Man darf sich aber durchaus Notizen für den Arztbesuch machen. Eine andere Möglichkeit ist, die Liste der Symptome auszudrucken und die Symptome, von denen man betroffen ist, anzukreuzen.

Offenheit ist wichtig

In jedem Fall sollte man keine Scham zeigen, offen zu reden. Auch wenn es schwer fällt, sollte jede Art von Symptomen erwähnt werden. Der Arzt kann nämlich nur das beurteilen, was er vom Patienten berichtet bekommt. Er ist somit auf dessen Mithilfe angewiesen. Eine nicht erkannte und damit nicht behandelte Depression kann sich über Jahre hinziehen und völlig unnötig die Lebensqualität enorm einschränken.

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12.01.2011
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